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Reisebericht live |

Es war gar nicht einfach den richtigen Weg aus Istanbul hinauszufinden.Bei der Bosporusbrücke wurde unsere Fahrt durch die Polizei gestoppt. Wir mussten etwa eine Viertelstunde warten, dann bekamen wir eine Eskorte über die Brücke, war ganz witzig.
Die Jungs haben hier eben nicht sehr viel zu tun. Je weiter wir ins Landesinnere vordrangen, desto mehr nahm das Hupen der vorbeifahrenden Fahrzeuge zu und die Trucks wirkten extrem überladen. Die Temperatur war heute bei angenehmen 30° Grad, mit ein wenig Regen vermischt. Entlang des Marmara Meeres, wo sehr viel Schwerindustrie angesiedelt ist, gab es viel Verkehr und staubige Straßen, deshalb schluckten wir viel Staub. Die Menschen sind wenig ortskundig (sie weisen einen öfters den falschen Weg, um sich keine Blöße zu geben) und sprechen selten Englisch. In den Geschäften und in den Tankstellen sind die Waren meist nicht ausgezeichnet, so bezahlt man als Fremder immer einen höheren Preis. Es ist sehr ratsam vor dem Kauf den Preis auszuhandeln, sonst wird man gnadenlos abgezockt. Wir konnten gegen 18:00 Uhr den östlichsten Teil des Marmara Meeres passieren und sind ca. 100 km vor Bursa an einer Tankstelle mit Sägerei im Hinterhof untergekrochen.
Bei inzwischen gewohnt miserablen Straßen und Dauerhuperei passierten wir gegen halb zwei die Millionenstadt Bursa. Entnervt fuhren wir immer weiter nachdem die Straßen noch enger und schlechter geworden waren. Trotz guter Sättel spürten inzwischen jede kleinste Unebenheit. Wir sind sage und schreibe 100 Kilometer gröbsten Rollsplitt gefahren. Um 20:00 Uhr fanden wir freundliche Aufnahme bei einer kleinen Tankstelle, speisten im nahegelegenen Restaurant, wo uns die deutsche Besitzerin eine Dusche und Übernachtungsmöglichkeit anbot. Die Dusche in der Umkleidekabine des benachbarten Fußballklubs war uns sehr willkommen.
ging's weiter auf unserer Route.
Gegen 12:45 Uhr machten wir Mittag bei McDonald's in Balikesir und verzehrten u.a. diverses Gemüse, welches uns an der Tankstelle als Reiseproviant geschenkt worden war. Stadtjungen begleiteten uns durch das Labyrinth der Straßen zum Internetcafé. Izmir ist noch 180 km entfernt - unser morgiges Reiseziel. Mal schauen, wo wir heute Abend unterkommen werden!
Trotzdem passierten wir unser gestecktes Tagesziel schon um 14:30 Uhr. Hinter Izmir wartete der letzte Pass auf uns. Kein Problem für geübte Bergfahrer! Immer weiter...
Kurz vor Einbruch der Dämmerung trauten wir unseren Augen nicht "Selcuk (Vorort von Efes) 22 KM"!!!!!
Keine Frage, wir fahren heute durch bis ans Ziel. Die letzten 10 Kilometer zählten wir runter wie bei dem Start einer Rakete. Die letzten Kräfte wurden mobilisiert, so knackten wir die magische 200 km-Grenze und erreichten Efes gegen 20:00 Uhr. Die Nacht verbrachten wir auf einem abgewirtschafteten Campingplatz, wo uns die Frau des Hauses um 22:00 Uhr noch ein köstliches Abendessen zubereitete.
Tagesetappe: 203 km
Höhenmeter: 1216 m
Morgen werden wir noch das Haus Mariens in den Bergen von Efes besuchen und noch einige Fotos in Efes schießen. Wir melden uns evtl. am Dienstag aus dem hiesigen Internetcafe mit letzten Fotos. Freuen uns schon auf das Treffen in Italien.
in die Berge zum Haus Mariens. Der zweistündige Aufstieg wurde reichlich belohnt: herrliche Aussichten,
Hochgefühl, Ersparnis von Taxikosten und Eintrittspreisen. Oben haben wir uns einige Zeit aufgehalten und machten nach dem Abstieg eine Siesta.
Anschließend begaben wir uns in ein Türkisches Bad, um uns von den Strapazen der letzten Wochen ein wenig zu erholen. Wir orderten das volle Programm mit Dampfbad und Ganzkörpermassage.
Sobald die Masseure erfuhren, dass sie deutsche "Radprofis" in den Händen hatten, gaben sie ihr Bestes (viel zu grob!). Gar manch schmerzhaftes Knacken entfuhr unseren Wirbeln und uns ein "Auuuaaa", was wiederum den Sumo-Jungs ein zufriedenes Lächeln entlockte. Nach solcher Behandlung genehmigten wir uns erst einmal eine Siesta.
Nachmittags schrieben wir Postkarten an die Daheimgebliebenen und rundeten den letzten Abend in Ephesus mit einem gemütlichen Abendessen ab. An dieser Stelle möchten wir uns von allen, die uns auf unserer Reise begleitet haben, verabschieden. Morgen bepacken wir zum letztenmal die Räder und nehmen die 170 Kilometer Straße nach Cesme in Angriff, wo unser Schiff nach Ancona am Donnerstag um 22:00 Uhr ablegt. Dort erwartet uns am Samstag abend die Sizilientruppe.